Kurzcheck: Setzen Sie Ihre Unternehmenswebsite steuerlich korrekt ab?

Nahezu jedes Unternehmen hat sie mittlerweile, eine unternehmenseigene Homepage. Egal ob „normale“ Website oder Onlineshop. Doch oft herrscht – gerade bei kleinen Unternehmen und Selbstständigen – Unklarheit, wie man seinen Internetauftritt steuerlich einwandfrei absetzt. Daher hier ein paar Tipps für Österreich und Deutschland.

Österreich:

Grundsätzlich wird seitens der Österreichischen Steuerbehörde im Wartungserlass zu den Einkommensteuerrichtlinien eine Website in folgende 4 Kategorien eingeteilt:

1. Anschaffungskosten
Da die Lebensdauer einer Website um die 1.500 Euro aus Steuersicht – wie andere Anschaffungsgüter – drei Jahre beträgt, können die Anschaffungskosten nicht auf einmal, sondern über die „Nutzungsdauer“ (3 Jahre) verteilt abgeschrieben werden. Webseiten werden als so genanntes abnutzbares Wirtschaftsgut in die Bilanz aufgenommen.

2. Laufende Wartungskosten
Alle laufenden Wartungskosten, die Ihre Website betrifft, können Sie sofort absetzen.

3. Erweiterungen, Updates, Relaunch
Wird die Webseite „wesentlich erweitert“ oder „wesentlich verbessert“, zum Beispiel durch eine bedeutende Veränderung des Designs oder Erweiterung des Menüs, sind die Kosten keine laufenden Wartungskosten mehr. Hierfür verfahren Sie dann wie bei den ursprünglichen Anschaffungskosten und verteilen die Kosten auf drei Jahre.

4. Domains
Domains gelten grundsätzlich als nicht abnutzbare Wirtschaftsgüter. Die Anschaffungskosten müssen daher aktiviert werden, laufende Aufwendungen aus der Benutzung einer Domain-Adresse hingegen sind sofort steuerlich absetzfähig.

Deutschland:

Auch hier wird die Website – ähnlich wie in Österrreich – in 4 Bereiche eingeteilt. Nur die Begrifflichkeit ist ein wenig anders.

1. Anschaffungs- und Herstellungskosten
Aufwendungen für die erstmalige Erstellugn eines unternehmenseigenen Internetauftrittes werden als Anschaffungskosten 3 Jahre lang abgeschrieben. Es können also in jedem Jahr, das auf die Anschaffung folgt, 1/3 der Aufwendungen steuermindernd geltend gemacht werden.

2. Wartung- und Instanthaltung
Wird in der Folgezeit Geld investiert, um die Website entsprechend auszubauen oder zu ändern, so sind die Aufwendungen, die hierfür entstehen, regelmäßig Instandhaltungskosten, die noch im gleichen Jahr steuermindernd abgesetzt werden können.

[adsenseyu2]3. Erweiterungen, Updates, Relaunch
Ebenso wie in Österreich, gilt: Wenn die Homepage erweitert wird – und dazu reicht schon eine Zusatzfunktion – ist die Funktion als Erweiterung des bisherigen Internetauftritts aktivierungspflichtig und somit ab diesem Zeitpunkt ebenfalls auf 3 Jahre abzuschreiben. Ein klassisches Beispiel dafür ist, wenn eine bislang rein repräsentative Internetpräsenz ohne weitergehende Funktionen, zu einem Online-Shop ausgebaut werden soll. Aber auch eine komplette Neuorientierung der gesamten Seite, von der inneren Struktur (Index) bis zum äußeren Design und Wording fällt steuerlich wieder unter Anschaffungs- und Herstellungskosten.

4. Domains
Auch nach deutschem Steuerrecht sind Domainnamen nicht abnutzbare immaterielle Wirtschaftsgüter und können hierzulange nicht geltend gemacht werden, solange es Ihr Unternehmen gibt. Das heißt: Werden Anschaffungskosten für nichtabnutzbare Wirtschaftsgüter getätigt, so sind die getätigten Aufwendungen steuerlich nicht abzugsfähig, bis das Unternehmen beendet oder zumindest der Anschaffungsgegenstand veräußert oder ausgemustert wird. Hierunter fällt nach einem BFH-Urteil vom 19. Oktober 2006 (III. R6/05) die Aufwendung für die Übertragung eines Domainnamens. Der BFH argumentierte dabei, dass der Domainname als solcher nicht abnutzbar sei, da seine Nutzbarkeit weder unter rechtlichen noch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zeitlich begrenzt sei. Insbesondere wird der jeweilige Vertrag mit der DENIC über den Domainnamen auf unbestimmte Zeit geschlossen; die DENIC ist nicht in der Lage, den Vertrag aus anderen als wichtigen Gründen zu kündigen. Demnach kann der Unternehmer seinen Domainnamen zeitlich unbegrenzt nutzen. Ob die das im Einzelfall tatsächlich so ist, sollte man bei Bedarf mit einem Steuerberater besprechen, denn in manchen Fällen wird ein Domainname nur über einen bestimmten Zeitraum genutzt.

Achtung: Die steuerliche Berücksichtigung der Kosten eines Internetauftritts ist vom Einzelfall abhängig. Diese Information gibt nur eine grobe Übersicht dar und erhebt somit keinerlei Anspruch auf Rechtsgültigkeit und Vollständigkeit. Für eine detaillierte Auskunft empfehlen wir eine Rücksprache mit Ihrem Steuerberater oder dem zuständigen Finanzamt.

Weitere Informationen:
Für Österreich: Unternehmens-Webseiten aus Steuersicht, auf: www.mediall.cc
Für Deutschland: Dr. Ralf Kohlhepp: Steuerlicher Ansatz der Kosten für Internetauftritte: kann problemtisch sein, auf: www.it-recht-kanzlei.de

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