Videomarketing nicht nur in Österreich meldepflichtig!

Wer in Österreich Videomarketing aktiv zur Kundenakquise einsetzt, sollte aufmerken. Da genügt es schon, wenn sich User auf Ihrer Website ein oder mehrere Videos ansehen können. Die Regulierungsbehörden für Medien in Österreich, RTR- und KommAustria, haben nämlich angekündigt, dass sie die Anzeigepflicht wieder schärfer durchsetzen wollen. Lesen Sie hier Genaueres zum Thema und was Sie jetzt sicherheitshalber tun sollten.

Videos im Internet: Welche Pflichten gibt es?

Videomarketing

Fotolia © sitthiphong

Nicht nur in Österreich gibt es eine Meldepflicht für Videos. Die Pflicht des Erfassens „fernsehähnlicher Dienste“ gibt es schon länger und in ganz Europa. Doch Österreich fordert für seine Unternehmer mehr: von der jährlichen Umsatzmeldung, Zahlungen an die RTR und einer (teuren) Mitgliedschaft bei der Wirtschaftskammer, wenn Sie Videos einsetzen, erstrecken sich die Restriktionen des Alpenlandes. Neu ist, dass man nun auch eher simple Youtube-Channels in die gleiche Pflicht wie große Fernsehkonzerne nimmt, und genau das sorgt jetzt für Unmut.

Videomarketing oder Schülervideo – wo sind die Grenzen?

Wann wird ein einfaches Backrezept, vorgestellt in einem Video, schon zum professionellen Videomarketing? Unterliegt auch ein von Schülern gespielter, hochgeladener Song der Meldepflicht? Nicht nur österreichische User zweifeln am Augenmaß der Umsetzung heimischer Gesetze. Die Regulierer, die die Umsetzung von EU-Vorgaben durchführen, scheinen momentan freie Hand in der Beurteilung zu haben.

Nur Spaß oder schon Videomarketing?

Bei Videos im Internet scheiden sich wohl die (Regulierer-)Geister, nicht nur in Österreich. Für Sie als Unternehmer geht es um viel Aufwand: Nach der jährlichen Umsatzanzeige, müssen – ebenfalls jährlich – die Planzahlen für das kommende Jahr angegeben werden. Nicht nur Unternehmer leben mit dem Risiko, dass Sanktionen bis hin zu Gerichtsverhandlungen drohen, wenn eine Pflicht nicht rechtzeitig erfüllt wird. Sicherheit hat ihren Preis, wenn man daran denkt, dass ein zusätzlicher Gewerbeschein mehrere hundert Euro kostet, und im Falle von Umsätzen durch das Video in mehreren zehntausend Euro auch noch die anteilige Kostenübernahme für den Betrieb der Regulierungsstelle anfällt…

Wie beweisen Sie, dass Ihr Onlinevideo nur privaten Zwecken dient?

Bewertungen unter den Videos, wie es einige versuchen, halfen in der Vergangenheit eher nicht. Vorsicht ist auch bei einer zu professionellen Aufmachung mit Videoschnitt, Intro (Einleitung) und Werbeschaltungen. So reicht es nicht, zu „belegen“, dass der privat aufgenommene Song der Feierabend-Band als ‚professionell‘ wahrgenommen wird. Auf jeden Fall wirkt die Ankündigung der Regulierung, im Rahmen ihrer Möglichkeiten Anzeigen zu machen, allein schon als Drohung. Das Ganze betrifft vermutlich viele tausende Anbieter im Web, deren Youtube-Channels oder andere Video-Dienste zum Beispiel von Instagram, Facebook, Snapchat und Co. entweder schon in der „Grauzone“ am Rand des rechtlichen Raums liegen, meist jedoch schon deutlich außerhalb. Es reichen den Regulierern je nach Fall bereits ein paar Werbeschaltungen, ein schönes Licht und ein eigenes Intro – schon wird das Video im Internet als „fernsehähnlich“ bewertet.

Videos im Internet: Wie gehen Sie vor?





Vorbeugend könnte helfen, wenn Sie – was mittlerweile geht – eine sogenannte Feststellungsanzeige machen und sich dann durch die Regulierungsbehörde prüfen lassen können. Damit erlangen Sie, wenigstens halbwegs, Rechtssicherheit. Denn zusammenfassend muss man (leider) sagen, dass die Kriterien, wann ein Video professionell ist, wenig nachvollziehbar sind. Warum der Gesetzgeber keine zeitgemäße Umsetzung gewählt hat, mit Ausnahmen, einer festgelegten Videogröße? Deutsche Behörden, die zunächst ebenfalls starke Kritik aushalten mussten, weil sie die EU-Vorgaben zu eng ausgelegt hatten, überlegen momentan über praxisnahe Mindeststandards für die Verpflichtung, wie eine fixe Sendezeit, ein erkennbares Programmschema usw.

Fazit: So wie Onlinevideos momentan gehandhabt werden, spiegelt das Ganze leider nicht die Realität wider. Bleibt zu hoffen, dass hier zeitnah nachgearbeitet wird.

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