Ist „Pay with a Tweet“ Empfehlungsmarketing?

Wer mit einem Tweet auf Twitter bezahlt erhält etwas gratis. Diese Internetmarketing-Methode ist bereits seit ein paar Jahren geläufig. Doch gerade in letzterer Zeit häufen sich Aktionen dieser Art. Was ist das Attraktive am Bezahlen mit einer Empfehlung und wo sind die Risiken?

Praxisbeispiel:
Unternehmer X hat ein E-Book oder ein Whitepaper verfasst, das er nun gerne unter möglichst viele User verteilen möchte. Sein Ziel: Viele Empfehlungen in der Internetgemeinde zu erhalten und dadurch – früher oder später – möglichst viele neue Kunden. Dazu schenkt er sein E-Book nicht einfach her, sondern fordert eine Empfehlung von den Usern ein. Das geht so: Wer einen Tweet über sein E-Book via Twitter verschickt, erhält sein Werk.

Sind Empfehlungen als Bezahlung noch Empfehlungen?

[adsenseyu1]Kostenloses Empfehlungsmarketing: Angesichts zunehmender Flut von Gratis-Informationen im Internet ist die Idee Aufmerksamkeit mit einer Aktion wie dieser zu erzielen sicher gut. Musste man vor einiger Zeit noch persönliche Daten mitteilen, um in den Genuss eines Downloads zu kommen, gibt es heute den Weg, mit einem Tweet zu bezahlen. Doch die berechtigte Frage ist, ob “fremdbestimmte” (nämlich von dem Anbieter diktierte) Empfehlungen, wirklich viel wert sind.

Verärgerte User: Für den Anbieter könnte das ein Weg sein, um Empfehlungsmarketing voranzutreiben. Doch das Ganze kann auch sehr negativ bewertet werden. Nämlich dann, wenn die User verärgert über den “Zwangstweet” reagieren. Vor allem die Tatsache, dass man etwas, noch bevor man es gelesen hat – also die berüchtigte “Katze im Sack” – empfehlen soll, könnte viele verärgern. Denn das hat mit Empfehlungen nicht viel zu tun.

Rechtlich bedenklich: Aktionen wie diese sind häufig rechtlich anfechtbar, wie Rechtsanwalt Thomas Schwenke anmerkt.

Internetmarketing-Tipp: Ein nützliches E-Book oder Whitepaper sind wertvolle Marketingtools. Doch zur Verbreitung empfehlen wir lieber eine solide PR-Aktion oder Werbung. Wer mit einem Tweet bezahlen soll wird sich i.d.R. dazu gezwungen fühlen. Auch wenn er es tut: beim Nutzer bleibt ein ungutes Gefühl zurück. Ein denkbar schlechter Ausgangspunkt für alle weiteren Kundenbeziehungen!

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